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Projekt "Sprach - Kita"

Veröffentlicht von Sandra Löbbers am 18.05.2018
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Sprachförderung im Kindergarten – Wie geht das eigentlich?

Überall hört man es jetzt, ein ganz aktuelles Thema: Sprachförderung! Auch unsere Kindergärten in der Gemeinde sind jetzt „Sprachkita“! Beide Kindergärten werden durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit August 2017 durch eine zusätzliche Fachkraft mit jeweils einer halben Stelle speziell für die Sprachförderung gefördert.

Haben denn unsere Kinder das Sprechen verlernt? Besuchen so viele Flüchtlingskinder ohne deutsche Sprachkenntnisse unsere Kitas? Brauchen unsere Kinder jetzt mehr Sprachförderung als früher?

Als erstes sei gesagt: Sprachförderung findet immer für alle Kindergartenkinder statt – und zwar ganz automatisch im Kindergartenalltag. Der Ansatz, Kinder mit Auffälligkeiten oder einer anderen Muttersprache in Kleingruppen zu schulen, ist überarbeitet. Denn eines merken wir im Umgang mit den Kindern ganz genau: Eine Sprache lernt man nur durch SELBER sprechen!

Und so arbeiten wir ganz eng mit den Kindern und suchen uns Sprachanlässe. Die Kinder brauchen Raum und Zeit wo sie sich miteinander unterhalten können. Das gelingt ganz wunderbar im gemeinsamen spielen und natürlich beim gemeinsamen Essen. Zusammen am Frühstückstisch zu sitzen und vom Wochenende zu erzählen oder mit seinem Freund das Frühstück zu tauschen, weil Mama vergessen hat die Lieblingswurst auf das Brot zu legen, sind wunderbare Sprachanlässe die sich von ganz allein anbieten und der Lebenswelt der Kinder entsprechen.

Natürlich schaffen die Erzieher/innen auch ganz gezielte Möglichkeiten für den Sprachaustausch. So singen und reimen wir im Stuhlkreis, spielen Geschichten wie „Dornröschen“ nach oder gehen auf „Bärenjagd“. Eine Geschichte mit dem Papiertheater „Kamishibai“ regt die Kinder zum Erzählen an und so wird aus einzelnen Bildern eine bewegte Geschichte im Kopf. Die Kinder können erzählen was auf den Bildern zu sehen ist und was wohl als nächstes passieren wird. Sprachförderung pur!

Unsere mehrsprachigen Bilderbücher bieten unseren Kindern mit einer anderen Muttersprache die Möglichkeit Geschichten zu hören und mit ihren Eltern in ihrer Sprache in den Austausch zu gehen. Denn: Mehrsprachigkeit ist eine Kompetenz der Kinder! Beide Sprachen zu fördern hilft den Kindern. Natürlich können wir Erzieher/innen nicht arabisch oder spanisch sprechen, aber einzelne Worte und Lieder entdecken wir nun gemeinsam mit den Kindern. Und das ist spannend. Einige Mütter besuchen uns im Stuhlkreis und lesen in ihrer Muttersprache vor. Das hört sich erst fremd an und wir verstehen kein Wort. Aber besonders das ist das Spannende dabei. Verstehen zu wollen und Interesse zu wecken und es nicht mehr als fremd wahrzunehmen, ist der Ansatz dabei.

Sehr schön sehen wir das aktuell durch den Besuch von Grace Eva Christine aus Indonesien im Kindergarten Mauerstraße, die mit den Kindern ganz spielerisch einzelne Worte und Lieder in indonesisch übt. Natürlich lernen die Kinder dadurch nicht diese Sprache sprechen, aber das Interesse für Sprache und das Ausprobieren lädt die Kinder zum Experimentieren ein. Und so hatte auch das Jahr mit Josua aus Indonesien im Kindergarten Wietkamp Strolche bei den Kindern nicht nur sprachlich einen großen Eindruck und Interesse hinterlassen.

Ein Bewusstmachen für die Vielseitigkeit und Offenheit unserer Welt, so ganz automatisch, so ganz nebenbei und im direkten miteinander. Wie wunderbar! So funktioniert unsere Sprachförderung im Kindergarten: Mit ganz viel Nähe, Kontakt und natürlich Kommunikation. Mit den Kindern, zu ihren Themen und Interessen und gemeinsam.

 

Daniela Brünemeyer und Stefanie Fischer

(Zusätzliche Fachkräfte im Kindergarten Mauerstraße und Wietkamp Strolche)

 

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